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Aber in dieser ganzen Problematik erwies sich unsere Fünfte natürlich als einfallsreich: Sie lieh sich Söldner aus! Junge Burschen aus der Bürgerschaft waren nämlich bereit, in die Parade-Uniformen zu schlüpfen. Nur, wie konnte man diese Burschen in Originalform ausstaffieren? Dieses Problem wäre ein Problem, wenn es denn eins gewesen wäre. Nicht so für die Initiatoren des Angriffsplans. Unsere damaligen Schützenkameraden Werner Pfeiffer und Hermann Tittel (jun.) wussten nämlich von einem Kostümverleih in Minden. In diesem preußischen Hoheitsgebiet lieh man sich nun für Werbemärsche und für Aufmärsche zu hiesigen Schützenfesten ab 1963/64 entsprechende blau-rote Kostüme aus. Schneidermeister Karl Becker aus der Schießhofstrasse, selbst engagierter Schützenoffizier und 1958/59 Salzufler Schützenkönig, beauftragte seinen Sohn Karl-Heinrich, zwei solcher farbigen Uniformen zu schneidern, in die dann jeweils Schützen aus der 5. Kompanie gesteckt wurden. Zu den renommiertesten zählten sicherlich Willi Filges, Frank Weber, Kurt-Peter Knaupmeier und Willi Dröge. Nachdem nun Jahre ins Land und mehrere Träger durch „die Uniform gezogen waren“, zeigten diese Flanell-Röcke natürlich erste Blessuren. Märsche, Gelage, Sonnenschein und Regen, Wind und Wetter erforderten nun die Anschaffung neuer Garnituren. Einer der Sponsoren regte an, diese originaltreu nach historischen Vorlagen zu fertigen. Becker fuhr eigens nach Detmold. Dort im Lippischen Landesmuseum fertigte er nach den alten Original-Uniformen kolorierte Skizzen an. Nach diesen schneiderte er zwei neue, schmucke Parade-Uniformen. Die zweite Uniform wurde aus der Kompaniekasse bezahlt.
Um ihn zu finden, bedienten sich Rolf und Detlef einer List. Beim Zapfenstreich des Salzufler Schützenfestes 1991 rief Rolf den Schützenkameraden Ulrich Zeise an und teilte ihm mit, dass Detlef nicht mitmarschieren könne, weil er sich den Fuß verstaucht habe. Ulrich sprang sofort ein, aber listigerweise in die neue dritte Uniform. Damit waren die Lippischen Schützen fortan zu dritt. Doch für den echten Krisenfall konnte trotzdem vorgesorgt werden. Denn als Detlef am Montagmorgen wirklich nicht mitmachen konnte, steckte man kurzerhand Werner Bützer in die Uniform und damit war man immer zu dritt gerüstet. Auch einen Spitznamen bekamen die drei oder besser gesagt: die vier. Man nannte sie die „Langen Kerls“, wie beim „Alten Fritz“, weil sie ihnen vom Aussehen sehr glichen. Im Jahre 1999 gaben Detlef Bollhöfer und Hermann Begemann ihre Verpflichtung an Carsten Claus und Ingo Stadler weiter, für Ulrich Zeise übernahm 2000 Oliver Jopke das Amt. So viel zur Historie der Lippischen Schützen aus unserer Schützengesellschaft. Es ist der Verdienst der 5. Kompanie, sie auf die Beine gebracht zu haben. Darauf sind wir stolz. Inzwischen sind neue Namen mit den beliebten Uniformen in Verbindung zu bringen. Möge sich diese Tradition auf Dauer in den Reihen der Fünften erhalten. Hatti Oberhaus Historie der 5.
Kompanie Die Mitgliederzahl stieg schnell auf fast 80 Schützen und man traf sich monatlich im Lokal Schmeißer und später in der Gaststätte „Gast am Neumarkt“. Das Schießen wurde auf dem Luftgewehrstand an der Asenburg durchgeführt. Bis auf einige Ausnahmen bestand die Uniform im ersten Jahr nur aus dem Schützenhut. Und das waren vor allem finanzielle Gründe. Erst später kamen die weiße Hose und die Schützenjacke hinzu. Es waren damals noch die sogenannten “Milchmann Jacken“. Zu den Pionieren der Jungschützen zählte auch Willy Riepe. Er löste Gerd Schmeißer schon ein Jahr später ab und führte erfolgreich die Geschicke der jungen Kompanie weiter. Als er 1956 zum Adjudanten des Platzmajors befördert wurde und sein Amt abgab, wurde Eberhard Steffen zum neuen Kompaniechef gewählt. Eine leichte Krise zog herauf, denn mit Willy Riepe verließen auch andere Mitglieder die Kompanie, sodass nur ungefähr 20 Schützen verblieben. Eberhard
Steffen hatte also die schwierige Aufgabe, die Kompanie für Neuzugänge
attraktiv zu machen. Das gelang ihm mit Unterstützung seines Hauptfeldwebels
Heinz Meise und der nachfolgenden Horst Plöger, Willi Reibke und
Gerd Moritz. Die Mitgliederzahl stieg wieder, und es ist auch sein
Verdienst, eine kompanieeigene Fahne erwirkt zu haben. Mit Hermann
Tittel jun. als sein Hauptfeldwebel gewann die Kompanie an innerer
Festigkeit. Bis dahin war es stets ein Ärgernis gewesen, dass
beim Rücktritt eines Kompaniechefs viele Jung-Schützenmitglieder
auf andere Kompanien überwechselten. Jetzt wurde der Zusammenhalt
durch Kompaniefeste, Schnatgänge und diverse Veranstaltungen gestärkt. Unter dem
neuen Kompaniechef wuchs die Mitgliederzahl auf 200 Schützen an.,
und unter ihm gab es 1964 endlich die frohe Kunde. Der Vorstand der
Gesellschaft stimmt der Umbenennung Jungschützen in 5. Kompanie
offiziell zu. Hermann Tittel verkörperte ein fröhliches und
ungezwungenes Temperament. Sein Lied vom Auerhahn wurde so häufig
gesungen, dass dieser Balzvogel bald zum Emblem der Kompanie wurde.
Mit dem Erreichen der Königswürde 1975/76 trat Hermann Tittel
zurück, um in der Gesellschaft das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden
zu übernehmen. Die jüngere Generation ist allen gegenwärtig und bedarf nicht einer historischen Betrachtung. Rolf Bollhöfer wurde 1985 neuer Hauptmann. Bis zum Jahre 2000 führte er mit Erfolg die Geschicke der 5. Kompanie. Die Schützenkameraden Manfred Weege, Peter Növer und Fritz Detmers waren zu seiner Zeit Schützenkönige. Michael Meise betreute als junger Kompaniechef die Fünfte bis zum Frühjahr 2009, Als Schützenkönige amtierten unter ihm Andreas Funke, Klaus Rogge und Ken Lewis. Detlef Bollhöfer ist bei den Wahlen am 6. Februar 2009 zum gegenwärtigen Kompaniechef gewählt worden. |
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