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Die FÜNFTE (Auerhahn-Kompanie)             

Die Lippischen Schützen
und die 5. Kompanie


Zogen im Jahre 1870 die Fürst-Lippischen Schützen noch nach Frankreich hinein, um das Vaterland zu schützen, so ergeben sich für unsere heimischen Grünröcke heutzutage weniger kämpferische Einsätze, d.h. ausschließlich friedliche, repräsentative und kulturelle Aufgaben. Hatte das Fürstentum Lippe dem Lied nach nur einen Soldaten, der zudem auf dem Schlachtfeld getroffen wurde, so sollte die Schützengesellschaft Bad Salzuflen doch wenigstens zwei Landes-Schützen stellen. Doch zunächst gab es im Bataillon gar keinen. Also, woher welche rekrutieren, wenn auf dem Feld weit und breit niemand zu sehen ist.

Aber in dieser ganzen Problematik erwies sich unsere Fünfte natürlich als einfallsreich: Sie lieh sich Söldner aus! Junge Burschen aus der Bürgerschaft waren nämlich bereit, in die Parade-Uniformen zu schlüpfen. Nur, wie konnte man diese Burschen in Originalform ausstaffieren? Dieses Problem wäre ein Problem, wenn es denn eins gewesen wäre. Nicht so für die Initiatoren des Angriffsplans. Unsere damaligen Schützenkameraden Werner Pfeiffer und Hermann Tittel (jun.) wussten nämlich von einem Kostümverleih in Minden. In diesem preußischen Hoheitsgebiet lieh man sich nun für Werbemärsche und für Aufmärsche zu hiesigen Schützenfesten ab 1963/64 entsprechende blau-rote Kostüme aus. Schneidermeister Karl Becker aus der Schießhofstrasse, selbst engagierter Schützenoffizier und 1958/59 Salzufler Schützenkönig, beauftragte seinen Sohn Karl-Heinrich, zwei solcher farbigen Uniformen zu schneidern, in die dann jeweils Schützen aus der 5. Kompanie gesteckt wurden. Zu den renommiertesten zählten sicherlich Willi Filges, Frank Weber, Kurt-Peter Knaupmeier und Willi Dröge.

Nachdem nun Jahre ins Land und mehrere Träger durch „die Uniform gezogen waren“, zeigten diese Flanell-Röcke natürlich erste Blessuren. Märsche, Gelage, Sonnenschein und Regen, Wind und Wetter erforderten nun die Anschaffung neuer Garnituren. Einer der Sponsoren regte an, diese originaltreu nach historischen Vorlagen zu fertigen. Becker fuhr eigens nach Detmold. Dort im Lippischen Landesmuseum fertigte er nach den alten Original-Uniformen kolorierte Skizzen an. Nach diesen schneiderte er zwei neue, schmucke Parade-Uniformen. Die zweite Uniform wurde aus der Kompaniekasse bezahlt.


Nachdem Kurt-Peter Knaupmeier und Willi Dröge sieben Jahre lang die Uniform des Lippischen Schützen getragen hatten, wurden Detlef Bollhöfer und Hermann Begemann 1988 ihre Nachfolger. Wie auch ihre Vorgänger übernahmen sie die Tradition des Repräsentierens und bildeten den Rahmen zu festlichen Anlässen. Ihr erster großer Einsatz kam am 6. Mai 1989 anlässlich des 2. Lippischen Schützentages in Lemgo.
Im Frühjahr 1991 überlegten Kompaniechef Rolf Bollhöfer und sein Sohn Detlef , unser amtierender Hauptmann, ob eventuell ein dritter Lippischer Schütze mitmarschieren sollte, zumal die Fünfte im selben Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feierte. Aber wie konnte das gelingen? Woher die Uniform bekommen? Wer könnte der dritte Mann sein? Es sollte doch ein Geheimnis bleiben! Vater und Sohn fuhren nach Kleinenbremen zu zwei Fabriken, welche Vereinsbekleidung herstellen. Dort sagte man ihnen jedoch, dass der Aufwand und die Kosten für nur eine Uniform zu hoch seien. So blieb noch die Chance, es bei „Becker Moden“ zu versuchen, deren Inhaber ja auch Mitglieder der Fünften waren. Und das klappte prima. Die neue Uniform wurde sogar gespendet! Damit war das Problem der dritten Uniform gelöst. Was fehlte, war der dritte Mann!

Um ihn zu finden, bedienten sich Rolf und Detlef einer List. Beim Zapfenstreich des Salzufler Schützenfestes 1991 rief Rolf den Schützenkameraden Ulrich Zeise an und teilte ihm mit, dass Detlef nicht mitmarschieren könne, weil er sich den Fuß verstaucht habe. Ulrich sprang sofort ein, aber listigerweise in die neue dritte Uniform. Damit waren die Lippischen Schützen fortan zu dritt. Doch für den echten Krisenfall konnte trotzdem vorgesorgt werden. Denn als Detlef am Montagmorgen wirklich nicht mitmachen konnte, steckte man kurzerhand Werner Bützer in die Uniform und damit war man immer zu dritt gerüstet.

Auch einen Spitznamen bekamen die drei oder besser gesagt: die vier. Man nannte sie die „Langen Kerls“, wie beim „Alten Fritz“, weil sie ihnen vom Aussehen sehr glichen. Im Jahre 1999 gaben Detlef Bollhöfer und Hermann Begemann ihre Verpflichtung an Carsten Claus und Ingo Stadler weiter, für Ulrich Zeise übernahm 2000 Oliver Jopke das Amt.

So viel zur Historie der Lippischen Schützen aus unserer Schützengesellschaft. Es ist der Verdienst der 5. Kompanie, sie auf die Beine gebracht zu haben. Darauf sind wir stolz. Inzwischen sind neue Namen mit den beliebten Uniformen in Verbindung zu bringen. Möge sich diese Tradition auf Dauer in den Reihen der Fünften erhalten.

Hatti Oberhaus


Historie der 5. Kompanie 

Die Gründung der 5. Kompanie war das Ergebnis eines Prozesses, der im Jahre 1950 begann.
Junge Salzufler Schützen drängten darauf hin, ihrem Alter entsprechend eine Jungschützenkompanie zu gründen, in der sie ihre Interessen und Ziele verwirklichen konnten.
Wortführer dieser jungen Leute war Gerd Schmeißer, der den damaligen Oberst Brandes für seinen Plan gewinnen konnte. So kam es im November 1951 zu einer Interessenversammlung mit dem Ziel der Gründung einer Jungschützenkompanie. Damit war die Geburtsstunde einer zusätzlichen Kompanie eingeläutet, denn die fast 50 Unterschriften machten den Weg frei für die offizielle Gründerversammlung, die zwangsläufig im Januar 1952 stattfand. Hier wurde Gerd Schmeißer zum ersten Hauptmann und Kompaniechef gewählt.

Die Mitgliederzahl stieg schnell auf fast 80 Schützen und man traf sich monatlich im Lokal Schmeißer und später in der Gaststätte „Gast am Neumarkt“. Das Schießen wurde auf dem Luftgewehrstand an der Asenburg durchgeführt. Bis auf einige Ausnahmen bestand die Uniform im ersten Jahr nur aus dem Schützenhut. Und das waren vor allem finanzielle Gründe. Erst später kamen die weiße Hose und die Schützenjacke hinzu. Es waren damals noch die sogenannten “Milchmann Jacken“.

Zu den Pionieren der Jungschützen zählte auch Willy Riepe. Er löste Gerd Schmeißer schon ein Jahr später ab und führte erfolgreich die Geschicke der jungen Kompanie weiter. Als er 1956 zum Adjudanten des Platzmajors befördert wurde und sein Amt abgab, wurde Eberhard Steffen zum neuen Kompaniechef gewählt. Eine leichte Krise zog herauf, denn mit Willy Riepe verließen auch andere Mitglieder die Kompanie, sodass nur ungefähr 20 Schützen verblieben.

Eberhard Steffen hatte also die schwierige Aufgabe, die Kompanie für Neuzugänge attraktiv zu machen. Das gelang ihm mit Unterstützung seines Hauptfeldwebels Heinz Meise und der nachfolgenden Horst Plöger, Willi Reibke und Gerd Moritz. Die Mitgliederzahl stieg wieder, und es ist auch sein Verdienst, eine kompanieeigene Fahne erwirkt zu haben.
Diese wurde allerdings unter seinem Nachfolger Ernst Strüßmann während der Schützenfesttage 1959 feierlich eingeweiht. Der neue Hauptmann führte die Kompanie erfolgreich bis zu den Neuwahlen im Frühjahr 1961. Dann musste er aus beruflichen Gründes Bad Salzuflen verlassen und Dieter Bünemann trat seine Nachfolge an.

Mit Hermann Tittel jun. als sein Hauptfeldwebel gewann die Kompanie an innerer Festigkeit. Bis dahin war es stets ein Ärgernis gewesen, dass beim Rücktritt eines Kompaniechefs viele Jung-Schützenmitglieder auf andere Kompanien überwechselten. Jetzt wurde der Zusammenhalt durch Kompaniefeste, Schnatgänge und diverse Veranstaltungen gestärkt.
Im gleichen Maße wurde nun aber auch der Wunsch stärker, eine Umbenennung der Jungschützen in 5. Kompanie vorzunehmen. Als Dieter Bünemann 1962 zurücktrat und Hermann Tittel sein Nachfolger wurde, sollte dieses Ziel verwirklicht werden.

Unter dem neuen Kompaniechef wuchs die Mitgliederzahl auf 200 Schützen an., und unter ihm gab es 1964 endlich die frohe Kunde. Der Vorstand der Gesellschaft stimmt der Umbenennung Jungschützen in 5. Kompanie offiziell zu. Hermann Tittel verkörperte ein fröhliches und ungezwungenes Temperament. Sein Lied vom Auerhahn wurde so häufig gesungen, dass dieser Balzvogel bald zum Emblem der Kompanie wurde. Mit dem Erreichen der Königswürde 1975/76 trat Hermann Tittel zurück, um in der Gesellschaft das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zu übernehmen.
Sein Nachfolger wurde Otto Matia. Auch er war ein beliebter Kompaniechef, Nachdem schon 1971/72 Heinz Meise und 1979/80 Dietrich Pegel die ersten Throne aus den Reihen der Fünften gestellt hatten, gab es mit Frank Weber den dritten Thron unter der Amtszeit von Otto Matia. Die Zahl 3 war für ihn eine magische. Die Fünfte hatte in der Zeit auch drei Kompanielokale, nämlich Hermannseck, Kleinbahnhof und Kulmbacher Bierstuben. Unter Otto gab es auch alljährlich die Waldfeste im Asental bzw auf dem Betriebshof der Fa Moritz.
Die Mitgliederbeteiligung war zu dieser Zeit enorm. Damals sorgten auch unsere kompanieeigenen Musiker für Stimmung, nämlich Heinz Rehling, Jürgen Riekehoff und Hatti Oberhaus. Auch die wunderschönen Schnatgänge mit Abschluß in Hellerhausen wurden zu einem Begriff.

Die jüngere Generation ist allen gegenwärtig und bedarf nicht einer historischen Betrachtung. Rolf Bollhöfer wurde 1985 neuer Hauptmann. Bis zum Jahre 2000 führte er mit Erfolg die Geschicke der 5. Kompanie. Die Schützenkameraden Manfred Weege, Peter Növer und Fritz Detmers waren zu seiner Zeit Schützenkönige. Michael Meise betreute als junger Kompaniechef die Fünfte bis zum Frühjahr 2009, Als Schützenkönige amtierten unter ihm Andreas Funke, Klaus Rogge und Ken Lewis. Detlef Bollhöfer ist bei den Wahlen am 6. Februar 2009 zum gegenwärtigen Kompaniechef gewählt worden.

B I L D E R