Volkstrauertag 2019 am Ehrenmal Obernberg

Volkstrauertag 2019 am Ehrenmal Obernberg

Text und Bilder:   Eberhardt Graw

Nahezu achtzig Personen, darunter fünfundzwanzig Salzufler Schützen, eine Abordnung der Feuerwehr und Kameraden aus dem Reservistenverband und waren am Ehrenmal Obernberg angetreten. Aber auch unser Bürgermeister Dr. Roland Thomas und Vertreter aus der Politik waren anwesend. Nach musikalischer Einstimmung durch das Blechbläserquartett und den Männerchor hielt Pfarrer Uwe Wiemann die Ansprache zur Feierstunde, dabei konnte man feststellen, dass einige Spaziergänger und Radfahrer innehielten, aufhörten zu reden und schließlich zu interessierten Zuhörern wurden.

In seiner Rede machte Pfarrer Wiemann deutlich, dass es Auswirkungen auf unsere Erinnerungskultur hat, dass von den aktiven Kriegsteilnehmern fast 75 Jahre nach Kriegsende normalerweise niemand mehr an den Gedenkstunden teilnehmen kann.

Pfr. Wiemann erinnerte mit einer ergreifenden Geschichte von Beate und Theo  Kranz an die Schrecken der Nazidiktatur.

Als junges Paar traten sie 1935 vor den Traualtar mit dem Trauspruch aus dem alttestamentlichen Buch Ruth: „Wo du hingehst will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott!“ Theo war Protestant und Beate Jüdin. 1943 wurde sie als Jüdin denunziert, 1944 nach Auschwitz gebracht und dort umgebracht.

Nach den Morden und Angriffen auf die Synagoge in Halle/Saale machte Pfr. Wiemann deutlich, dass solche rechtsextreme  Ausgrenzung, der Hetze und des Hasses auf Minderheiten wie Juden, Muslime und Migranten wachsen. In unserem Land ist es so wichtig wie lange nicht mehr, der gesellschaftlichen Verrohung deutlich und überall entgegen zu treten und sich für Vielfalt, Toleranz und Respekt einzusetzen!

Eine nachdenkliche Stille hatte sich ausgebreitet –  es folgten die Kranzniederlegungen vor dem Ehrenmal und nach musikalischen Darbietungen ging es zurück zum gemeinsamen Kaffeetrinken auf den Schießstand.

Unser Bürgermeister Dr. Roland Thomas, die Abordnung der Feuerwehr und natürlich die Reservistenkamen gerne als Gäste an die gedeckten Tische. Die in diesem Jahr deutlich vergrößerten Räumlichkeiten konnten genutzt werden und alles war bis auf den letzten Platz besetzt.

 Der Vorsitzende  Sascha Ruge und Oberst Detlef Bollhöfer begrüßten alle Anwesenden, es wurde zum Schluss ein Schützenbitter gegen das „schlechte“ Wetter gereicht und der Reservistenverband Bad Salzuflen überreichte durch Bernd  Jürgen Karsch noch eine Aufmerksamkeit im Umschlag, wofür sich der Vorsitzende bedankte. Nach dem Aufräumen durch viele fleißige Hände der Damen, ging es dann bald nach Hause.

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